16.05.18 - Die Erkenntnistheorie

Schlagwörter: Erkenntnis, Wissenschaft

In dieser Lesesitzung beschäftigten wir uns mit der Erkenntnis- und Wissenschaftstheorie anhand des Textes von Gerhard Vollmer "Was können wir wissen?".

Sitzungen

25.04.18 - Einführung

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02.05.18 - Wissenschaftsbetrug im eigenen Fachbereich

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09.05.18 - Kuriose Fälle des Wissenschaftsbetrugs

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16.05.18 - Die Erkenntnistheorie

30.05.18 - Der Positivismusstreit

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06.06.18 - Fachbegriffe der Plagiatsjäger

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13.06.18 - Schluss mit der Willkür an Hochschulen

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Exkurs I - Hierarchie Vroniplag

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20.06.18 - Lügen mit Statistik I

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11.07.18 - Lügen mit Statistik II

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Exkurs II - Personen bei Vroniplag

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18.07.18 - Abschlusssitzung

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Lernfazit und Sammlung der verwendeten Quellen

Lernfazit und Sammlung der verwendeten Quellen

Gerhard Vollmer

Der Physiker und Philosoph ist am 17. November 1943 geboren, besonders bekannt ist er vor allem wegen seiner Arbeiten zur evolutionären Erkenntnistheorie und seinem Streben die Naturwissenschaft mit der Geisteswissenschaft zu verbinden. Schon sein Studium umfasst diese beiden Zweige, er studierte Chemie, Mathematik, Physik, Sprachwissenschaft und Philosophie. Er promoviert 1971 in theoretischer Physik sowie 1974 in Philosophie.

Quelle: https://www.tu-braunschweig.de/philosophie/personen/ehemalige/vollmer (Stand 28.05.18)

Gerhard Vollmer und seine Philosphie

Rationalsimus vs. Empirismus

Unter dem Begriff Rationalismus versteht man den Standpunkt, dass die einzige Quelle der Erkenntnis das rationales Denken bzw. die Vernunft ist. Dies bedeutet auch, dass Realität als solche erfassbar ist, und zwar für jeden Menschen gleich. Die menschliche Vernunft ist wesentlich für den Erkenntnisprozess.

Unter dem Begriff Empirismus versteht man den Standpunkt, dass die Sinneserfahrung die einzige Quelle und der letzte Prüfstein der Erkenntnis ist. Dies bedeutet, dass alle Erkenntnis auf Erfahrung beruht.

Quellen: http://www.fb06.uni-mainz.de/user/kiraly/gruppe1/grundlagen_epistemologie.html (Stand 28.05.18), http://home.allgaeu.org/kschroep/emprat/default.htm (Stand: 28.05.18)

Rationalsimus vs. Empirismus

Gerhard Vollmers Textfazit

  • Sichere Erkenntnis über die Welt ist den Menschen versagt.
  • Alles an menschlichem Wissen ist Vermutungswissen. Es ist vorläufig und vor allem fehlbar.
  • Trotzdem ist menschliche Erkenntnis wichtig, denn sie ist die am weitesten forgeschrittene die wir kennen.
  • Der Mensch ist nicht "Gesetzgeber der Natur" sondern "Beobachter [des] kosmischen Geschehens".

Vollmers Text: http://www.oocities.org/hoefig_de/LKPhilo/Jahrg13/Vollmer_Erkenntnis.htm (Stand: 28.05.18)

Was ist Erkenntnistheorie?

Die Erkenntnistheorie, auch Epistemologie, ist eine philosophische Disziplin, welche sich vor allem mit den Kriterien und Grenzen der menschlichen Erkenntnis auseinandersetzt. Die zwei grundlegenden Fragen, die sich Erkenntnistheoretiker stellen, sind: "Gibt es eine Wirklichkeit die unabhängig von menschlicher Wahrnehmung ist?" und "Wie kann man wissen, wie etwas wirklich ist, wenn doch Ergebnisse und Wahrnehmungen aller sich unterscheiden?" Erkenntnistheoretiker unterscheiden zwischen Wahrnehmung und Realität. Bei der Suche nach Antworten auf diese Fragen und die Quelle der Erkenntnis ergaben sich bei den Erkenntnistheoretikern zwei grundlegende Prinzipien: den Rationalismus und den Empirismus (Erklärung siehe unten).

Quelle: http://www.fb06.uni-mainz.de/user/kiraly/gruppe1/grundlagen_epistemologie.html (Stand 28.05.18)

Gerhard Vollmers evolutionäre Erkenntnistheorie

Die evolutionäre Erkenntnistheorie gibt eine Antowort auf die Frage, wie subjektive und objektive Wahrnehmung so oft übereinstimmen können. "Unser Erkenntnisapparat ist ein Ergebnis der biologischen Evolution. Die subjektiven Erkenntnisstrukturen passen auf die Welt, weil sie sich im Laufe der Evolution in Anpassung an diese reale Welt herausgebildet haben. Und sie stimmen mit den realen Strukturen (teilweise) überein, weil nur eine solche Übereinstimmung das Überleben ermöglichte." (http://www.oocities.org/hoefig_de/LKPhilo/Jahrg13/Vollmer_Erkenntnis.htm (Stand: 28.05.18))

Evolutionäre Anpassung bedeutet also auch eine Erklärung für Erkenntnis an sich. Dennoch ist auch in der Evolution keine vollständige Anpassung möglich, sie ist aber auch nicht nötig: "Obwohl die Passung unseres Erkenntnisapparates nicht ideal ist und nicht ideal sein kann, ist sie auch nicht gar zu schlecht. [...] Die Passung muß wenigstens so weit reichen, daß die wesentlichen Bedürfnisse des Organismus im allgemeinen und des Menschen im besonderen befriedigt werden; sie muß überlebens‑adäquat sein." (http://www.oocities.org/hoefig_de/LKPhilo/Jahrg13/Vollmer_Erkenntnis.htm (Stand 28.05.18))

Für Vollmer ist die evolutionäre Erkenntnistheorie eine Bereicherung der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit Erkenntnis: "Erst die Evolutionäre Erkenntnistheorie nimmt den erkennenden Menschen wieder aus seiner zentralen Stellung als »Gesetzgeber der Natur« heraus und macht ihn zu einem Beobachter kosmischen Geschehens, das ihn einschließt, in dem er aber seine Rolle meist weit überschätzt hat." (http://www.oocities.org/hoefig_de/LKPhilo/Jahrg13/Vollmer_Erkenntnis.htm (Stand: 25.08.18))

Quelle: http://www.oocities.org/hoefig_de/LKPhilo/Jahrg13/Vollmer_Erkenntnis.htm (Stand 25.05.18)

Interessanteste Aspekte aus Vollmers Text

Dieser Abschnitt war auch die Hausaufgabe zu dieser Sitzung. Die dazugehörige PDF findet sich unterhalb der Navigation.

Link zum Text: http://www.oocities.org/hoefig_de/LKPhilo/Jahrg13/Vollmer_Erkenntnis.htm

  1. Es gibt keine erkenntnistheoretische Sicherheit. All unser Wissen ist Vermutungswissen, hypothetisch, vorläufig und korrigierbar. Nichts ist je vollkommen objektiv für uns erkennbar. (Aus Abschnitt: "Gibt es ein sicheres Wissen über die Welt?")
  2. Aus erkenntnistheoretischer Sicht versuchen Menschen reale Strukturen im Gehirn zu rekonstruieren. Dies geschieht in der unbewussten und auch unkritischen Wahrnehmung, wird in der Erkenntnis bewusst und in der Wissenschaft letztendlich erst kritisch hinterfragt. Vollmer spricht von einem Mehrschichtmodell der Erkenntnis. Empfindungen (noch keine Erkenntnis) -> Wahrnehmung (Verarbeiteung) -> Erfahrung (Korrektur der Wahrnehmung mithilfe von Wissen) -> Wissenschaftliche Erkenntnis (geht über Alltagserkenntnis hinaus, Abstraktion und Logik) (Aus Abschnitt: "Der Stufenbau menschlicher Erkenntnis")
  3. Die Präzision unseres Erkenntnisapparates: "Wenn überhaupt Erkenntnis über die Welt möglich sein soll, so muß unser Erkenntnisapparat gerade für solche Reize empfindlich sein, die von der Umwelt abgeboten, von den realen Objekten ausgesandt werden." (Aus Abschnitt: "Der Passungscharakter unseres Erkenntnisapparates") Drei Aspekte der "Passung" sind: Der Erkenntnisapparat ist ein Werkzeug, welches auf das wahrnehmbare "Werkstück" passt; Erkenntnis schafft Überlebensvorteil; Häufig finden sich Übereinstimmungen zwischen Subjektivem und Objektivem (Aus Abschnitt: "Der Passungscharakter unseres Erkenntnisapparates")
  4. "Gerade das, was wir am sichersten zu wissen glauben, kann auf dem Prüfstand der zukünfitgen Evoltuion versagen, wie es jetzt auf dem Prüfstand rationaler, theoretischer Erkenntnis versagt. Vielleicht gehört diese Tatsache zu den wichtigsten anthropologischen Folgerungen der Evolutionären Erkenntnistheorie." (Aus Abschnitt: "Mensch und Mesokosmos)

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