13.06.18 - Schluss mit der Willkür an Hochschulen

Schlagwörter: Plagiat

In dieser Sitzung wurden Artikel aus dem Cicero, beide von Prof. Dr. Barz verfasst, zusammengefasst und kritisch beäugt. 

Sitzungen

25.04.18 - Einführung

25.04.18 - Einführung

02.05.18 - Wissenschaftsbetrug im eigenen Fachbereich

02.05.18 - Wissenschaftsbetrug im eigenen Fachbereich

09.05.18 - Kuriose Fälle des Wissenschaftsbetrugs

09.05.18 - Kuriose Fälle des Wissenschaftsbetrugs

16.05.18 - Die Erkenntnistheorie

16.05.18 - Die Erkenntnistheorie

30.05.18 - Der Positivismusstreit

30.05.18 - Der Positivismusstreit

06.06.18 - Fachbegriffe der Plagiatsjäger

06.06.18 - Fachbegriffe der Plagiatsjäger

13.06.18 - Schluss mit der Willkür an Hochschulen

Exkurs I - Hierarchie Vroniplag

Exkurs I - Hierarchie Vroniplag

20.06.18 - Lügen mit Statistik I

20.06.18 - Lügen mit Statistik I

11.07.18 - Lügen mit Statistik II

11.07.18 - Lügen mit Statistik II

Exkurs II - Personen bei Vroniplag

Exkurs II - Personen bei Vroniplag

18.07.18 - Abschlusssitzung

18.07.18 - Abschlusssitzung

Lernfazit und Sammlung der verwendeten Quellen

Lernfazit und Sammlung der verwendeten Quellen

"Schluss mit der Willkür an den Hochschulen" Zentrale Aussagen

  • Die Universitäten haben den Kampf gegen die Plagiate verschlafen. Sie verlieren dadurch an Glaubwürdigkeit, Autonomie und Reputation.
  • Zu Plagiatsfällen gibt es keine eindeutige gesetzliche Grundlage. In Rechtstexten spricht man nur von wissenschaftlichem Fehlverhalten oder Täuschung. Dies ermöglicht diverse Ermessensspielräume.
  • Die Willkür der deutschen Hochschulen wird besonders klar, sieht man sich den Fall Magarita Mathiopoulus an (siehe unten).
  • Durch die Autonomie der Universitäten ist es auch in Zukunft nicht möglich ein allgemeines Verfahren zu entwickeln. Zu empfehlen wären aber Richtlinien, die eine qualifizierte Kommission verfassen müsste.

Der Fall Magarita Mathiopoulus

Die Unternehmerin und Publizistin wurde 1989 des Plagiats beschuldigt, worauf die Universität Bonn dies prüfte und von Schönheitsfehlern sprach. Ihr Doktortitel wurde ihr nicht aberkannt.

2002 trat Mathiopoulus der FDP bei, wodurch ihr Dissertationsvorwurf erneut in den Medien auftauchte. Daraufhin überprüfte die Universität Bonn erneut die Doktorarbeit und kam diesmal 2012 zu einem anderen Schluss. Der Doktortitel wurde aberkannt. Aufgrund der Diskrepanz der Ergebnisse zweier Prüfungen an der selben Universität ging Mathiopoulus in Berufung, verlor aber mehrmals, zuletzt vor dem Bundesverwaltungsgericht.

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Margarita_Mathiopoulos (Stand 18.06.18)

Der Fall Magarita Mathiopoulus

Martin Spiewak: Das Falsche Maß

Link zum Artikel "Schluss mit der Willkür an Hochschulen"

Die "actus-contrarius-Theorie"

Die "actus-contratius-Theoire" ist eine juristische Argumentationsfigur, bei der derjenige welcher für einen bestimmten Zustand verantwortlich ist, auch für dessen Beseitigung verantwortlich sein muss. Auf diese Ansicht wurde sich bei Plagiatsverdacht nur selten berufen. Die Universitäten bildeten/gründeten Gremien, prüften in irgendeiner Form, hörten eventuell Beschuldigte und Doktorvater an und fällten dann ihr Urteil.

"Schluss mit der Willkür an den Hochschulen" - eigene Meinung

  • Aus der Sicht eines Studenten fürchtet man weniger um die Reputation der Universitäten als um die Sicherheit der eigenen wissenschaftlichen Arbeit. Vor allem wenn selbst eine wissenschaftliche Karriere angestrebt wird.
  • Häufig werden Doktorarbeiten mit aktuellen Zitiertechniken vergleichen und anhand der Unterscheide bewertet. Dieser Ansatz ist falsch, wie auch schon Spiewak betont (dazu mehr unter "Der falsche Maßstab").
  • Die größte Frage die sich in Bezug auf Vroniplag stellt ist: In wie weit können und dürfen sich (häufig) anonym bleibende, wissenschaftlich nicht eindeutig qualifizierte, ehemalige Footballspieler ein Urteil über promovierte Wissenschaftler eines spezifischen Fachbereichs erlauben? Ganz zu schweigen davon, dass dies meist von anonymen Auftraggebern gewünscht ist. Wo bleibt da die Objektivität und Ethik der Wissenschaft?
  • Andererseits ist die Art wie Vroniplag vorgeht nichts weiter als eine Schatzsuche. Eine Schatzsuche nach dem wissenschaftlichen Schreibprozess. Diese Faszination ist nachvollziehbar, aber diese Ergebnisse als Vorwurf eines Plagiats zu verwenden, scheint mir persönlich als unqualifiziert.
  • Meiner Meinung nach benötigt die wissenschaftliche Welt einen Verhaltenskodex. Nicht nur für den universitären und wissenschaftlichen Betrieb, sondern auch für Plattformen wie Vroniplag. Denn sicher können alle dabei dann helfen, wirkliche wissenschaftliche Fehler zu vermeiden.

Kommentare


    Kommentar hinzufügen

    Mit '*' markierte Felder werden benötigt.
    Die Kommentare werden moderiert. Ihre Kommentare werden erst veröffentlicht, wenn der Eigentümer diese durchgesehen hat.