11.07.18 - Lügen mit Statistik II

Schlagwörter: Statistik

In dieser Sitzung beschäftigten wir uns erneut mit der "Unstatistik des Monats"; des weiteren versuchen wir zusammen zu fassen, welches die häufigsten "Fehler" in der Statistik sind.

Sitzungen

25.04.18 - Einführung

25.04.18 - Einführung

02.05.18 - Wissenschaftsbetrug im eigenen Fachbereich

02.05.18 - Wissenschaftsbetrug im eigenen Fachbereich

09.05.18 - Kuriose Fälle des Wissenschaftsbetrugs

09.05.18 - Kuriose Fälle des Wissenschaftsbetrugs

16.05.18 - Die Erkenntnistheorie

16.05.18 - Die Erkenntnistheorie

30.05.18 - Der Positivismusstreit

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06.06.18 - Fachbegriffe der Plagiatsjäger

06.06.18 - Fachbegriffe der Plagiatsjäger

13.06.18 - Schluss mit der Willkür an Hochschulen

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Exkurs I - Hierarchie Vroniplag

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20.06.18 - Lügen mit Statistik I

20.06.18 - Lügen mit Statistik I

11.07.18 - Lügen mit Statistik II

Exkurs II - Personen bei Vroniplag

Exkurs II - Personen bei Vroniplag

18.07.18 - Abschlusssitzung

18.07.18 - Abschlusssitzung

Lernfazit und Sammlung der verwendeten Quellen

Lernfazit und Sammlung der verwendeten Quellen

Unstatitsik 70

80 Prozent der Insekten sind verschwunden!

Nicht nur die faz.net beginnt im August 2017 den Fehler zu veröffentlichen, dass rund 80 Prozent weniger Insekten in Deutschland wären als vor 24 Jahren. Die Medien beriefen sich auf eine Studie im Orbroicher Bruch, einem Naturschutzgebiet in der Nähe Krefelds. Diese zeigte wirklich im Vergleich zum Jahre 1989 eine Verringerung der Biomasse um 80% auf, welche an einer Klebeoberfläche im Gebiet hängen blieb. Die Messung wurde vollständig korrekt durchgeführt, aber das Fazit welches Medien und Politik daraus zogen, ist vollkommen falsch. Nicht nur, dass mit der Methode nur flugfähige Insekten gemessen werden können, zudem ist die Studie nicht repräsentativ für ganz Deutschland. Es kann diverse, vielleicht sogar urbane Gründe haben, warum dieses Ergebnis dort aufzufinden war.

Interessant ist hierzu die Unstatistik 72: Insektensterben die zweite

Aufgrund der heftigen Reaktion nach der Veröffentlichung der Krefelder Studie erschien eine weitere Studie ebenfalls in Krefeld, welche sich auf 63, und eben nicht 2, solcher Klebeoberflächen bezog. Hier war ein Rückgang von 76 % Biomasse in 27 Jahren gemessen worden. Jedoch räumten die Forscher selbstkritisch ein, dass die Oberflächen keinen festen Standort hatten, und so gut wie kein Standort zweimal gewählt wurde. Dies stellt auch hier wieder die Repräsentativität, allein schon für den Krefelder Raum in Frage.

Quellen: http://www.rwi-essen.de/unstatistik/70/ (Stand 18.07.18) ; http://www.rwi-essen.de/unstatistik/72/ (Stand 18.07.18)

 

Die häufigsten "Fehler" in der Statistik

Validität

Misst mein Instrument das, was ich messen möchte? - Ein gutes Beispiel ist eine Erhebung, welche auf Selbsteinschätzung beruht, beispielsweise zu politischem Wissen. Da eine Selbsteinschätzung niemals objektiv ist, ist es schwer daraus objektive Werte zu ziehen, und Versuchspersonen miteinander zu vergleichen.

Reliabilität

Ist die Messung so konzipiert und durchgeführt worden, dass sie an einem anderen Tag zum selben Ergebnis führen würde? - Ein gutes Bespiel hierfür ist die oben erwähnte Unstatistik 72. Hier wurden für die Klebeflächen nicht die gleichen Standorte zum Vergleich gewählt. Also ist es nicht einmal möglich, die Reliabilität zu prüfen, da es keine festgelegte Lokalität gab.

Statistikprobleme in der Medizin

Statistikprobleme in der Medizin

Auch in der letzten Woche hatten wir schon über Statistikprobleme in der Medizin gesprochen. Häufig wird für den Patienten zwischen absolutem und relativem Risiko nur unterschieden, um Vorteile wesentlich größer darzustellen als Nachteile oder Nebenwirkungen.

In dem obigen Video sieht man ein weiteres Bespiel dafür, welche Folgen genau dies haben könnte. Schon am Anfang unseres Seminar sprachen wir darüber, dass vor allem in der Medizin Datenfälschungen und Fehlinterpretationen gravierendere Folgen haben als in allen anderen Fachbereichen.

Die häufigsten "Fehler" in der Statistik

Kausalitätsfrage

In wie weit kann ich anhand meiner Ergebnisse einen Zusammenhang erkennen? - Ein gutes Beispiel war hier die Unstatitsik 41: Googlen mit Smartphone macht denkfaul! - Vielleicht sind die Menschen nicht durch häufiges googlen schlecht im logischen Denken, sondern Menschen die Schwierigkeiten mit logischen Denken haben, googeln häufiger.

Absolutes und realtives Risiko

Wie schon in anderen Sitzungen besprochen, ist der Unterschied vielen nicht klar, welche selber mit diesen Daten arbeiten. Dies kann zu enormen Missverständnissen führen.

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